Hilfe, wo ist meine Inspiration?

Kennt ihr das? Da ist es Sonntag, oder Dienstagabend, oder man ist früher wach als sonst – und man hätte tatsächlich einmal Zeit. Zeit, kreativ zu werden. Vielleicht einen Blogeintrag zu schreiben. Etwas zu basteln, zu zeichnen oder zu malen. Sich endlich einmal kreativ auszutoben. Das zu tun, von dem man im hektischen Alltagstrott immer sagt: „Ja, wenn ich Zeit hätte…“ Und dann ist die Zeit da und man sitzt vor einem leeren Blatt Papier und weiß nichts mit sich anzufangen. Wo ist denn die Inspiration jetzt?

Idealerweise kommt es gar nicht so weit. Denn im besten Fall hat man Zeit vorher freigeräumt, weiß: Hier ist Raum für meinen kreativen Ausgleich. Vielleicht hat man schon ein Projekt im Kopf, ob das jetzt die Häkelmütze ist oder die bemalten Vorratsgläser. In jedem Fall gibt es eine „kreative Routine“, die bedeutet, dass man sich jede Woche oder sogar jeden Tag eine gewisse Zeit nimmt, in der man kreativ wird. Daran arbeite ich selbst noch und möchte das demnächst in weiteren Posts aufgreifen.

Für heute gehen wir davon aus, dass eben nicht der Idealfall vorliegt, sondern ein akuter Notfall. Hilfe, ich habe Zeit, aber wo ist meine Inspiration? Für diese Momente habe ich ein paar Ideen gesammelt, wie ihr eurer Inspiration auf die Sprünge helfen könnt. Was davon am besten funktioniert, ist typ- und tagesformabhängig… also einfach ausprobieren!

1. Raus mit euch!

fuesse

Das meine ich ganz wörtlich. Geht vor die Tür! Den ganzen Tag in geschlossenen Räumen zu verbringen raubt unheimlich viel Energie. Macht einen Spaziergang, nehmt vielleicht den Fotoapparat mit oder atmet einfach die frische Luft ein. Wenn es warm genug ist, legt euch eine Runde auf die nächste Wiese und schaut den Wolken zu. Zeit in der Natur hilft, den Kopf frei zu kriegen. Dann hat es die Inspiration auf jeden Fall leichter…

2. Bildschirm aus!

Die meisten von uns verbringen fast den ganzen Tag vor einem Bildschirm. Bürocomputer, Laptops, Fernseher – ob freiwillig oder nicht, wir lassen uns den ganzen Tag „bestrahlen“. Ich will euch jetzt gar nicht einreden, dass das schlecht ist (ich bin Blogger, ich liebe meinen Laptop!). Aber wenn ihr in einem akuten Inspirationstief hängt, hilft euch der Bildschirm wahrscheinlich nicht. Besser: Alle elektronischen Geräte mal für eine Stunde ausmachen. Stille genießen, in einem Buch blättern, mit Wolle, Stoffen oder Farben hantieren. Gebt eurer taktilen Wahrnehmung etwas zu tun!

3. Bildschirm wieder an!

In Maßen (ich wiederhole: in Maßen!) können Pinterest, Instagram und Co. der Inspiration durchaus auf die Sprünge helfen. Ihr dürft euch nur nicht in ein Pseudo-Inspirations-Vortex saugen lassen. Zwei Stunden lang alles pinnen, was euch unter die Finger kommt, wird euch nicht weiterbringen. Sucht gezielt nach Projekten ähnlich dem, was ihr vorhabt. Fragt euch, wenn euch etwas gefällt: Was daran mag ich? Sind es die Farben, die Texturen, das Foto selbst, die Präsentation? Was würde ich ändern? Wie könnte ich das Projekt mit den Materialien umsetzen, die mir zur Verfügung stehen?

4. Baut euch ein Mood Board

Ein Mood Board ist letztlich einfach eine Inspirationssammlung. Ihr könnt sie digital machen, euch beispielsweise ein Pinterest-Board dafür anlegen oder Inspirationen in Photoshop o.ä. zu einer Collage zusammenfügen. Analog finde ich noch schöner: Ihr druckt Bilder oder schneidet sie aus Zeitschriften aus und klebt oder pinnt sie auf einen Karton, ein Stück Holz oder einfach ein großes Blatt Papier. Ein analoges Mood Board hat den Vorteil, dass ihr auch Stoffreste, Bilder aus Magazinen, Postkarten, Eintritts- und Kinokarten, Landkarten und alles, was euch inspiriert, dazu kleben könnt. Aber ob analog oder digital: Überladet euer Mood Board nicht. Konzentriert euch eher auf weniger und dafür wirklich aussagekräftige „Inspirationsschnipsel“. Ein Beispiel zeige ich euch demnächst auf dem Blog!

5. Fangt an. Irgendwas.

Es muss noch nicht einmal das Projekt sein, das ihr eigentlich starten oder fortführen wolltet. Oft kann es aber helfen, einfach etwas Kreatives zu tun, obwohl man sich weder inspiriert noch motiviert fühlt. Dadurch, dass man einfach anfängt, löst sich oft die innere Blockade. Vielleicht heißt das, dass ihr eine halbe Stunde grummelnd irgendwelche Farbstreifen auf weißes Papier malt. Oder ein Mandala ausmalt. Oder einfach nur Hintergründe für euer Art Journal malt, ohne sie weiter zu verarbeiten. Am Ende habt ihr vielleicht trotz Unlust etwas Schönes erschaffen. Wenn nicht, auch nicht schlimm! Auch kreative Ergüsse, die euch nicht gefallen, sind besser, als ratlos herumzusitzen, und helfen der Inspiration definitiv besser auf die Sprünge!

6. Zerstört etwas

Was ihr gerade bei Punkt 5 gemacht habt ist einfach nur scheußlich und hässlich geworden? Dann zerreißt das Papier! (Wer weiß, vielleicht könnte man ja sogar aus den Schnipseln eine Collage machen?) Die letzten Seiten im Art Journal gefallen euch überhaupt nicht und irgendwie hat euch das das ganze Journal ruiniert? Okay! Dann malt drüber, klebt etwas darauf, fangt von vorn an. Es ist eure Kunst. Macht, was ihr wollt. Dazu gehört Zerstören und neu beginnen!

7. Inspiration kann man nicht erzwingen

Ihr habt alle Punkte durch und einfach immer noch keinen Antrieb und keine Inspiration?

Dann lasst es. Das ist auch okay. Inspiration kann man nicht erzwingen. Man kann ihr den Weg erleichtern, sie locken und hervorkitzeln, aber manchmal will sie nicht. Vielleicht brauchen euer Körper und euer Geist gerade etwas anderes. Ein Nickerchen? Eine große Tasse Kaffee? Eine Folge eurer Lieblingsserie? Eine Runde Joggen? Ein Gespräch mit einer guten Freundin? Horcht in euch hinein, findet was ihr braucht. Die Inspiration kommt wieder. Vielleicht nicht heute, aber sie kommt wieder. Versprochen.

 

 

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