Schere, Stift, Papier:
Eine Liebesgeschichte

Als ich 16 Jahre alt war, verbrachte ich ein Jahr in Kalifornien und verliebte mich dort Hals über Kopf – nicht in einen Baseball-Spieler oder den jungen Mann, der neben mir in Mathe saß, sondern in ein Hobby: Scrapbooking.

Mein erstes Scrapbook - entstanden während meines Auslandsjahres!

Mein erstes Scrapbook – entstanden während meines Auslandsjahres!

Die Materialien dazu findet man hierzulande immer noch recht schwer, auch wenn das seit 2006 schon viel besser geworden ist. Damals kannte ich diese Art der Fotoalbum-Gestaltung überhaupt nicht, und war sofort Feuer und Flamme. Wie einfach doch ein richtig kreatives, cooles Design zustande kommt, wenn man nur ein paar Zutaten hat: buntes, gemustertes Papier, thematisch sortierte Sticker (Mini-Flugzeuge! Mini-Koffer! Mini-Palmen! Mini-alles!), Fotos, Schere und Kleber, und natürlich ein bisschen Geduld.

Landkarten machen sich super als Hintergrund. Tickets aufheben und mit einkleben!

Landkarten machen sich super als Hintergrund. Tickets aufheben und mit einkleben!

Was für ein Unterschied zu den Fotoalben, mit denen ich aufgewachsen war. So viel mehr Raum für Kreativität, so viel mehr Möglichkeiten, Erinnerungsstücke zu integrieren. Den Stadtplan von San Francisco als Hintergrund? Eintrittskarten, Fahrkarten, meine Stempelkarte für die High-School-Mensa zwischen die Fotos kleben? Alles erlaubt, und mit jedem Stückchen Papier („scrap“, daher der Name) wird das Album ein bisschen bunter und ein bisschen kreativer.

Noch ein Layout aus meinem ersten Album. Thematisch passende Sticker sind eine super einfache Art, die Seiten interessanter zu gestalten!

Noch ein Layout aus meinem ersten Album. Thematisch passende Sticker sind eine super einfache Art, die Seiten interessanter zu gestalten!

Die großen Scrapbooking-Stores aus den USA vermisse ich hierzulande weiterhin, aber davon habe ich mich nicht abhalten lassen, mein heißgeliebtes neues Hobby weiter zu verfolgen. Inzwischen beschränkt sich meine „Gestaltungswut“ auch nicht mehr auf Fotoalben. Wer einmal mit solchen DIY-Projekten angefangen hat, dem fallen auf ein Mal überall kreative Baustellen auf. Warum nicht die Kochlöffel anmalen oder dem Stiftebecher ein Makeover verpassen?

Mindestens eine(r) von euch hat jetzt unter Garantie gerade gedacht: „Ja, wenn ich denn Talent für so etwas hätte…“

Wer war das? Du?

Okay, hier ist die erste und einzige Regel für Bastelprojekte: Talent ist überbewertet. Es gibt DIY-Projekte, die sind absolut idiotensicher. Coole Materialien wie Washi und Sticker sind zum Beispiel unheimlich hilfreich, wenn man mehr kreatives Talent vortäuschen will, als man zu besitzen glaubt. Damit sieht einfach alles automatisch gut aus. Und ansonsten gilt wie für das meiste im Leben auch hier: Üben, üben, üben! Meine Layouts haben sich seit diesem ersten Scrapbook auch ganz schön verändert. Trotzdem gucke ich mir diese ersten Gehversuche noch sehr gerne an – es hängen ja auch jede Menge Erinnerungen dran!

Ihr könnt ja auch abgucken: Tolle Ideen gibt’s zum Beispiel bei Pinterest!

Die Vegas-Seite meines ersten Scrapbooks. Das Ticket liegt lose dabei, das habe ich nämlich vergessen, einzukleben!

Die Vegas-Seite meines ersten Scrapbooks. Das Ticket liegt lose dabei, das habe ich nämlich vergessen, einzukleben!

Scherestiftpapier ist aus dem Wunsch heraus entstanden, dem Trend zu Basteln und DIY auch hierzulande einen kräftigen Schubs zu geben und euch da draußen zu einem kreativeren, mutigeren, bunteren, individuelleren Lebensstil zu inspirieren. Inklusive Fehler und Farbflecken. Die gehören dazu. Also schnappt euch ein Fotoalbum, ein paar leere Toilettenpapier-Rollen, Washi Tape, Farben, buntes Papier… worauf ihr gerade Lust habt. Und schaut wieder hier rein – für ganz viele Ideen, Anleitungen und Inspiration.

Ich freu mich auf euch!

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  1. Pingback: Was ist eigentlich Get Messy? - Scherestiftpapier

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